Überraschungen im Motor

Wir haben also den Motor aus Grumpy Old Car ausgebaut und auf einem Motorständer platziert, um die weiteren Arbeiten schneller umsetzen zu können. Beim Ablassen des Motoröls kam dann die erste Überraschung. Die Ölablassschraube hatten einen Magneten und dieser Magnet war über und über mit Metallspäne bedeckt.

Diese Späne musste ja irgendwo herkommen. Also die Ölwanne demontiert und mit sorgenvollen Blicken den Kurbeltrieb inspiziert. Wir fanden – natürlich – noch viel schlimmere Dinge. So zum Beispiel einen ausgewachsenen Span, der unser Misstrauen weiter anwachsen ließ, dass nicht alles bei dieser Maschine im grünen Bereich ist.

Wir beschlossen, den Motor weiter zu zerlegen, zumal wir ja  die Kopfdichtung als einen typische Schwachstelle ersetzen wollten. Der Antrieb der Nockenwelle hatte die nächste Überraschung für uns parat. Der Zahnriemen hatte deutlich Material verloren und in seinem Gehäuse verteilt. Das Riemen schleift und reibt an vielen Stellen.

Auch die Ursache für dieses Problem war schnell gefunden. Ein Monteur hatte das Antriebsrad falsch montiert und damit den Riemen neben seiner Spur laufen lassen. Mit dieser Technik wären wir nie um die Ostsee gekommen.

Wir nahmen also den Zylinderkopf ab und entdeckten das nächste Problem: Anstelle der niedrig verdichtenden 150 PS Kolben waren hochverdichtende aus den Standardmaschine montiert. Vermutlich hatte der Motor mal einen Schaden und bei der Reparatur wurden mit der Hoffnung auf einen Leistungsgewinn hoch verdichtende Kolben montiert.

Die Laufflächen der Zylinder hatten zwar sichtbare Riefen. Diese waren aber tolerierbar und stellten keinen Schaden da.

Beschädigt war hingegen nun unser letztes Vertrauen in den Motor. Wir gehen keine Kompromisse ein und beschlossen, den Motor total zu zerlegen und neu aufzubauen. Nur so konnten wir mit ruhigem Gewissen die 7500 km der Baltic in Angriff nehmen. Und natürlich wollen wir die 150 PS Kolben einbauen. Aus diesem Grund hatten wir den Wagen ja gekauft.

Die kleine Motorinspektion mündet also in eine Totalsanierung.  Es geht weiter.